Studierende als Motor für die Verwaltung
-1575x885.png)
Man muss das Rad nicht immer neu erfinden, damit Dinge runder laufen und Synergien genutzt werden. Die Steiermark hat einen riesigen Standortvorteil: unsere vielen Hochschulen. Sie bilden nicht nur aus, sondern schaffen auch Innovation, Forschung und neue Ideen.
Gleichzeitig steht die öffentliche Verwaltung in der Steiermark vor (mindestens) zwei Problemen, die nicht ignoriert werden dürfen. Viele Abläufe sind ineffizient: Verfahren dauern zu lang, Prozesse sind unnötig kompliziert und zu viel hängt noch an Papier, Zuständigkeiten und dem ständigen Hin und Her zwischen verschiedenen Verantwortlichen. Zusätzlich kommt eine Pensionierungswelle, die Know-how und Kapazitäten ausdünnt, obwohl die Erwartungen an Servicequalität, Tempo und Transparenz steigen.
Für die Landesverwaltung heißt das: Prozesse müssen digitaler, klarer und effizienter werden. Und zwar schnell. Außerdem braucht es Wege, um Wissen, Talente und neue Perspektiven stärker einzubinden.
Ein pragmatisches Vorbild, das funktioniert
Die Stadt Wien betreibt eine Plattform, die Studierende mit der Verwaltung vernetzt. Man kann ein ausgeschriebenes Projekt auswählen oder selbst ein Thema vorschlagen und dazu eine Abschlussarbeit schreiben. Oft wird dabei auch die Wirkung vergangener Maßnahmen der Verwaltung evaluiert. So treffen Praxisfragen aus der Verwaltung auf wissenschaftliche Methoden, und es entstehen Lösungen, die sonst im Alltag oft gar nicht entstehen können. Es ist eine Win-Win-Situation: Studierende bearbeiten wichtige Themen, und die Verwaltung profitiert von Analysen und Lösungsvorschlägen, die im Rahmen der Arbeiten entstehen.
NEOS haben das in der Steiermark längst angestoßen
Wir NEOS haben dazu schon einmal einen Antrag im Landtag eingebracht: eine digitale Plattform nach Wiener Vorbild, auf der Themenvorschläge veröffentlicht und zugeteilt werden können, damit Studierende praxisnah arbeiten können und die Verwaltung frische Expertise bekommt.
Und dann ein eindeutiges Ergebnis im Landtag: Der dazugehörige Ausschussantrag wurde einstimmig - also von allen Fraktionen - angenommen. Und das bereits im Jahr 2024! Dabei wurde auch festgehalten, dass man das Wiener Modell ansehen, Dienststellen einbinden und eine technische Umsetzung mitdenken soll. Kurz: Der Landtag war sich einig. Die Richtung war klar. Passiert ist nix.
Seitdem: zu wenig Fortschritt, zu wenig Transparenz
Trotz der einstimmigen Beschlusslage ist bei der Umsetzung noch nicht viel weitergegangen. Und der Landtag wurde nicht transparent darüber informiert, ob etwas geschehen ist, was dabei herausgekommen ist und wie es weitergehen soll.
Darum bleiben wir konsequent dran – so lange, bis dieser sinnvolle Synergie-Effekt endlich auch bei uns für mehr Innovation und Effizienz sorgt. Ein sinnvolles, einstimmig unterstütztes Vorhaben darf nicht einfach in der Schublade verschwinden.
Was eine steirische Abschlussarbeits-Plattform konkret bringt
👉 Für Studierende
- reale Projekte statt abstrakter Theorie
- Einblick in konkrete Problemstellungen der Verwaltung
- direkter Praxisbezug, der beim Berufseinstieg wirklich hilft
👉 Für die Verwaltung
- frische Perspektiven und methodische Expertise
- zusätzliche Kapazität für Themen, die sonst liegen bleiben
- konkrete Modernisierungsprojekte, die man intern oft nicht „nebenbei“ schafft
👉 Für das Land
- eine Brücke zwischen Ausbildung und Verwaltung als Arbeitgeberin
- mehr Tempo und Qualität bei Digitalisierung und KI, weil Projekte strukturiert entstehen können
Was jetzt passieren muss
Damit aus einem Portal kein Symbolprojekt wird, braucht es klare nächste Schritte: eine verantwortliche Stelle, verbindliche Beteiligung der Dienststellen und transparente Kriterien, welche Themen geeignet sind und wie Betreuung organisiert wird.
Genau darum geht es uns: Die Steiermark soll ihre Talente nicht nur ausbilden, sondern auch nutzen. Wenn Verwaltung effizienter werden soll, müssen wir kluge Zusammenarbeit möglich machen, einfach, digital und mit echtem Mehrwert für alle Beteiligten.



