Moritz „Mo“ Exenberger baut das NEOS-Team in Markt Hartmannsdorf weiter auf
Wenn das steirische Miteinander verloren geht
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Sachliche Kritik gehört zur Demokratie. Wer Verantwortung trägt, muss Fragen beantworten – gerade dann, wenn es um die Gesundheitsversorgung, Pflege oder mögliche Missstände in steirischen Spitälern geht. Doch genau diese sachliche Auseinandersetzung vermissen wir derzeit im steirischen Landtag.
Unsere Landtagsabgeordnete Bettina Schoeller kritisiert den Umgang von Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl mit weiblichen Abgeordneten scharf. Als Klinische Psychologin und langjährige Kennerin des Gesundheitswesens sei sie es gewohnt, fachlich zu diskutieren. Was sie zuletzt im Landtag erlebt hat, ist jedoch etwas anderes gewesen: keine Debatte auf Augenhöhe, sondern persönliche Abwertung und politische Unterstellungen.
Von der Pflegelehre bis zum LKH Graz II
Bereits in der Debatte zur Pflegelehre vergriff sich Landesrat Kornhäusl im Ton. Bettina hatte auf Basis einer Anfragebeantwortung kritisiert, dass es in der Steiermark viel zu wenige Pflegelehrlinge gebe und die Pflegelehre zu wenig sichtbar sei. Der Gesundheitslandesrat reagierte darauf nicht mit einer sachlichen Entgegnung, sondern warf ihr vor, „Fake News“ zu verbreiten.
Später musste der Landesrat auf erneute Nachfrage jedoch zurückrudern und einräumen, dass seine eigene Zahl nicht gestimmt hatte.
Genau das ist der entscheidende Punkt: Eine Abgeordnete wird öffentlich als Verbreiterin von Falschinformationen dargestellt, während sich anschließend herausstellt, dass der Landesrat selbst falsch gelegen ist. Ein solcher Umgang zerstört Vertrauen in die politische Debatte.
Kritik an herablassendem Ton
Noch deutlicher wurde dieses unwürdige Schauspiel in der Debatte rund um das LKH Graz II und die Pathologie. Landesrat Kornhäusl stellte dabei Bettinas eigenständige politische Rolle infrage, indem er hinter ihrer Anfrage „sicherlich Niko Swatek“ als „Spiritus Rector“ vermutete. Zudem meinte er, Bettina bewege sich auf „dünnem Eis“, solle sich „schämen“ und gab ihr einen angeblich „freundschaftlich-kollegialen Rat“.
Für uns NEOS ist diese Aussage besonders problematisch: Wenn eine Frau eine kritische Anfrage stellt, wird unterstellt, dass ein Mann dahinterstehen muss. Dieses Denken gehört nicht ins Jahr 2026 – und schon gar nicht in eine moderne Landesregierung.
„Das steirische Miteinander ist verloren gegangen“
Wer kritische Fragen mit Herablassung, Unterstellungen und persönlicher Abwertung beantwortet, trägt nicht zu einer konstruktiven politischen Kultur bei.
Wer suggeriert, hinter den Initiativen weiblicher Abgeordneter müsse ein Mann stehen, offenbart ein Frauenbild, das in einer modernen Landesregierung nichts verloren hat.
Demokratie lebt von Kontrolle, Kritik und sachlicher Auseinandersetzung. Persönliche Unterstellungen und herablassende Belehrungen helfen weder den Patientinnen und Patienten noch der politischen Kultur in der Steiermark.

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