Frühe Sprachförderung statt später Ausreden!
Unsere Dringliche Anfrage im Landtag legt offen: Sprachförderbedarf ist in der Steiermark nicht nur groß, er wird auch oft zu spät erkannt. Gerade FPÖ und ÖVP, die sonst lautstark Integration fordern, bremsen ausgerechnet dort, wo echte Integration beginnt.
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Die Zahlen zeigen klaren Handlungsbedarf
Unsere Dringliche Anfrage im Landtag hat einmal mehr gezeigt, wie groß der Handlungsbedarf bei der frühen Sprachförderung in der Steiermark ist. Die großen Spracherhebungen in den steirischen Kindergärten im Frühjahr 2025 machen das deutlich: Von knapp 20.000 sprachlich evaluierten Kindern sprechen 20,5 Prozent nicht Deutsch als Erstsprache.
Besonders auffällig ist dabei das Stadt-Land-Gefälle. Während in Murau nur vier Prozent der Kinder eine andere Erstsprache als Deutsch haben, liegt der Anteil in Graz bei über 40 Prozent. Das zeigt: Die Herausforderungen sind regional unterschiedlich, aber sie sind real und dürfen nicht länger ignoriert werden.
Deutschförderbedarf ist kein reines Großstadt-Thema
Noch wichtiger ist der Blick auf den konkreten Deutschförderbedarf. Hier ist das Stadt-Land-Gefälle deutlich weniger ausgeprägt. 24,4 Prozent der Kinder brauchen Sprachförderung, also fast jedes vierte Kind. Am niedrigsten ist dieser Anteil in Hartberg-Fürstenfeld mit 15 Prozent, am höchsten in Graz mit 34 Prozent.
Das macht klar: Sprachförderung ist kein reines Stadtthema, sondern eine Aufgabe für das ganze Land. Wer nur auf Herkunft oder Wohnort schaut, greift zu kurz. Entscheidend ist, dass Förderbedarf früh erkannt und ernst genommen wird.
Je früher gefördert wird, desto besser
Für uns ist deshalb klar: Je früher Sprachdefizite erkannt werden, desto früher kann gegengesteuert werden. Wer Förderbedarf erst beim Kindergarteneintritt oder gar erst kurz vor der Schule feststellt, verliert wertvolle Zeit. Und genau diese Zeit fehlt dann oft, um Rückstände rechtzeitig aufzuholen.
Deshalb fordern wir als NEOS seit Langem verbindliche Sprachstandsfeststellungen ab dem dritten Lebensjahr für alle Kinder, und zwar unabhängig davon, ob sie bereits einen Kindergarten besuchen oder nicht. Sinnvoll wäre eine Verankerung im Eltern-Kind-Pass, damit wirklich alle Kinder erreicht werden.
Wird Förderbedarf festgestellt, muss daraus auch verbindliche Förderung folgen - etwa durch gezielte Sprachförderung, ein höheres Besuchsausmaß im Kindergarten oder zusätzliche verpflichtende Betreuungsangebote.
Fehlende Ressourcen
Ein besonders trauriges Bild zeigt sich auch bei den vorhandenen Ressourcen: Laut Anfragebeantwortung sind steiermarkweit 206 Sprachförderkräfte und 20 Sprachberater für elementare Bildungseinrichtungen tätig. Dem stehen 4.812 Kinder mit Deutschförderbedarf gegenüber. Das bedeutet: Auf jede dieser 226 Unterstützungskräfte kommen im Durchschnitt rund 21 Kinder mit Förderbedarf.
FPÖ und ÖVP blockieren Integrations-Maßnahmen
Besonders aufschlussreich war in der Debatte die Haltung von FPÖ und ÖVP. Ausgerechnet jene Parteien, die sonst ständig Integration einfordern, Deutschkenntnisse einmahnen und Probleme besonders laut benennen, stehen genau dort auf der Bremse, wo man tatsächlich etwas verbessern könnte.
Den Vorschlag, die Steiermark als Pilotregion für verpflichtende Sprachstandsfeststellungen zu etablieren, wollen sie nicht unterstützen. Das ist politisch entlarvend. Denn wer bei Integration immer Härte fordert, aber bei früher Förderung blockiert, will offenbar lieber Symptome bewirtschaften, statt Ursachen anzugehen.
Echte Integration beginnt am Anfang
Dabei ist völlig klar: Echte Integration beginnt nicht mit späten Debatten, sondern mit früher Sprachförderung. Wer Kindern faire Chancen geben will, muss früh ansetzen. Wer Integration ernst meint, muss Sprachdefizite früh erkennen und konsequent gegensteuern.
Und wer immer nur fordert, aber konkrete Maßnahmen ablehnt, zeigt vor allem eines: dass es ihm nicht um Lösungen geht.
Die Steiermark sollte vorangehen
Die Steiermark darf hier nicht weiter auf der Bremse stehen. Sie sollte vorangehen – mit verbindlichen Sprachstandsfeststellungen, klaren Fördermaßnahmen und dem politischen Willen, Probleme dann anzugehen, wenn man sie noch wirksam lösen kann.

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