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Cargo Terminal Werndorf am Limit – Regierung lehnt Maßnahmenplan ab

Schon Ende vergangenen Jahres wurden uns Probleme bei der Abfertigung geschildert. Unsere erste Anfrage warf mehr Fragen auf, im Sommer machten schließlich auch die Frächter öffentlich Druck. Heute läuft es zwar besser, doch unsere Dringliche Anfrage zeigt: Der Terminal arbeitet weiterhin ohne Kapazitätsreserven.

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Warum Werndorf für die Steiermark so wichtig ist 

Der Cargo Terminal Graz in Werndorf ist weit mehr als ein großer Umschlagplatz für Container. Er ist eine zentrale Schnittstelle zwischen Straße und Schiene und damit ein wichtiger Bestandteil der steirischen Wirtschafts- und Verkehrsinfrastruktur. 

Mit der Koralmbahn, der wachsenden Bedeutung der Adriahäfen und steigenden Gütermengen wird diese Rolle noch wichtiger. Mehr als 40 Unternehmen sind am und rund um den Standort angesiedelt. Wenn es in Werndorf zu Problemen kommt, betrifft das deshalb nicht nur den Terminal selbst, sondern Frächter, Speditionen und Unternehmen weit darüber hinaus. Gerade deshalb beschäftigen wir uns schon seit längerer Zeit mit der Situation vor Ort. 

Erste Hinweise bereits Ende vergangenen Jahres 

Schon Ende vergangenen Jahres wurden uns Probleme bei der Abfertigung geschildert. Von langen Wartezeiten und Schwierigkeiten insbesondere zu Stoßzeiten war die Rede. 

Wir wollten wissen, was dahintersteckt, und brachten eine schriftliche Anfrage an die Landesregierung ein. Die Antwort vom Jänner 2026 beruhigte uns allerdings nicht wirklich. Einerseits wurde auf verschiedene Verbesserungsmaßnahmen verwiesen: Zusätzliche Schichten, längere Betriebszeiten, weitere Digitalisierungsschritte und eine zusätzliche Zufahrtsmöglichkeit. Diese hätten sich laut Beantwortung bereits „sehr positiv ausgewirkt“. 

Andererseits zeigte sich bei genauerem Hinsehen ein Problem: Die eigentliche Wartezeit vor der Einfahrt in den Terminal wurde gar nicht erfasst. Angegeben wurde lediglich die Zeit vom Check-in innerhalb des Terminals bis zur Ausfahrt. 

Damit war für uns klar: Diese Zahlen bilden die Situation der Lkw-Fahrer nur unvollständig ab. Wer bereits lange vor der Einfahrt im Rückstau steht, taucht in dieser Statistik gar nicht auf. 

Der Unmut wird öffentlich 

Deshalb war die Sache für uns mit dieser Antwort nicht erledigt. Wir recherchierten weiter und führten Gespräche mit Betroffenen. Wenige Monate später wurde das Problem schließlich auch öffentlich unübersehbar. 

Im Juni machten Frächter ihrem Ärger Luft. Berichtet wurde von stundenlangen Wartezeiten. Während besonders schwieriger Spitzenzeiten standen laut späteren Angaben zeitweise rund 200 Lkw gleichzeitig vor dem Terminal. 

Der Terminalbetreiber bestätigte daraufhin die Engpässe. Als wesentliche Gründe wurden ein deutlich stärkeres Wachstum als ursprünglich erwartet und massive Anlieferungsspitzen aus den Adriahäfen genannt. 

Punktuelle Verbesserungen – aber ist das Problem gelöst? 

Danach wurden Maßnahmen gesetzt und Abläufe verändert. Die rund 400 Lkw pro Tag werden mittlerweile stärker über den Tag verteilt. Es gibt zusätzliche Checkplätze, Änderungen bei den Abfertigungsflächen und eine neue Priorisierung bei der Abfertigung. Auch der Anteil leerer Container soll reduziert werden. 

Für uns war aber entscheidend, eine zweite Frage zu beantworten: Ist damit nur der akute Rückstau verschwunden, oder ist der Terminal tatsächlich für das weitere Wachstum gerüstet? Deshalb haben wir das Thema mit einer Dringlichen Anfrage erneut in den Landtag gebracht. 

Die Antwort: Werndorf ist weiterhin am Limit 

Und die Antworten von Verkehrslandesrätin Claudia Holzer sind deutlich. Die derzeit maximal nutzbare Umschlagskapazität liegt bei rund 470.000 TEU. TEU ist die internationale Maßeinheit für Containerkapazitäten und entspricht einem 20-Fuß-Container. Für 2026 wird mit genau diesen 470.000 TEU gerechnet. 

Mit anderen Worten: Der Terminal arbeitet bereits heute an seiner Kapazitätsgrenze. Zusätzliche Reserven gibt es laut Landesrätin derzeit weder bei den Umschlaggeräten noch bei der Gleisinfrastruktur. 

Unser Verkehrssprecher Robert Reif bringt es auf den Punkt: „Die Landesrätin bestätigt selbst, dass derzeit keine Reserven mehr vorhanden sind. Nach den massiven Rückstaus im Sommer muss deshalb jetzt vorgesorgt werden, bevor der nächste Engpass kommt.“ 

Ausbau ja, aber mit welchem Plan? 

Der Terminal wächst schneller als ursprünglich erwartet. Das heutige Umschlagsniveau wurde laut Landesbahnen ursprünglich erst fünf bis sieben Jahre später erwartet. Genau deshalb reicht es nicht, einzelne Maßnahmen nebeneinander abzuarbeiten. Es braucht einen gemeinsamen Blick darauf, welche Kapazitäten wann verfügbar sein müssen und wie verhindert wird, dass beim nächsten Wachstumsschub erneut dieselben Probleme entstehen. 

FPÖ und ÖVP lehnen gemeinsamen Maßnahmenplan ab 

Wir haben daher einen runden Tisch mit Terminalbetreibern, ÖBB, Landesbahnen, Frächtern, Speditionen und Unternehmen sowie einen verbindlichen Maßnahmen- und Zeitplan für Ausbau, Digitalisierung und Wartezeiten beantragt. 

FPÖ und ÖVP haben diesen Antrag abgelehnt. Robert Reif dazu: „Gerade wenn ein Standort an seiner Kapazitätsgrenze arbeitet, wäre es das Mindeste, alle Beteiligten an einen Tisch zu holen. Statt gemeinsam für weiteres Wachstum vorzusorgen, verweigert die Landesregierung selbst diesen Schritt.“ 

Schon in den vergangenen Monaten gab es extreme Kapazitätsengpässe. Unsere Dringliche Anfrage zeigt nun, dass diese Grenzen trotz der punktuellen Verbesserungen weiterhin sehr nahe sind. 

Werndorf ist für die steirische Wirtschaft zu wichtig, um erst dann wieder zu handeln, wenn sich die Lkw erneut vor dem Terminal stauen. Deshalb werden wir dranbleiben, bis sich die Situation verbessert!

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