NEOS: Talentschulen und Schulsozialarbeit sollen klaffende Bildungslücken schließen 

Klubobmann und Bildungssprecher Niko Swatek: “Wir müssen die Talente und Potentiale unserer Kinder endlich entfachen. Das gelingt nur mit einem großen Wurf. Talentschulen sorgen dafür, dass in der Steiermark alle Kinder faire Bildungschancen bekommen.”

Bei der heutigen Bildungs-Pressekonferenz der NEOS präsentierten Klubobmann im steirischen  Landtag und Bildungssprecher Niko Swatek sowie der Graz Spitzenkandidat Philipp Pointner konkrete Lösungsansätze, wie Graz zur Bildungshauptstadt Österreichs und die Steiermark zum Bildungsland Nummer Eins werden kann. Im Zentrum steht das NEOS-Konzept der Talentschulen.

NEOS fordern Talentschulen in der Steiermark

Swatek: “Die Herkunft der Kinder darf nicht länger über den Bildungserfolg entscheiden. Alle sollen die gleiche Chance haben, die beste Bildung zu erfahren. Daher müssen Schulen mit besonderen Herausforderungen zu den Besten des Landes gemacht werden - zu Talentschulen. Das erreichen wir durch mehr Autonomie, mehr Ressourcen und den besten Lehrerinnen und Lehrern an diesen Schulen.”


Schulen in der ganzen Steiermark sollen sich als Talentschule bewerben können. Voraussetzung dafür ist, dass die Schule wegen ihrer sozial-räumlich benachteiligten Lage und einer entsprechenden zusammengesetzten SchülerInnenschaft besondere Herausforderungen zu bewältigen hat - beispielsweise aufgrund eines hohen Migrationsanteils. Zusätzlich müssen die Schulen einen Schwerpunkt festsetzen, entweder im MINT-Bereich oder in der kulturellen Bildung. Ausgewählte Schulen bekommen dann als Talentschulen seitens des Landes Steiermark zusätzliche Mittel für Personal, Aus- und Weiterbildung sowie Entlohnung zur Verfügung gestellt wie: 

20 Prozent mehr Personal für Talentschulen

Jede Schule kämpft mit ihren eigenen Herausforderungen. Unbestritten ist, dass die Überbürokratisierung alle regelmäßig ins Schwitzen bringt. Der Lernfortschritt unserer Kinder hängt von vielen Faktoren ab, neben der Qualität des Unterrichts, zählen die sozialen Kontakte an der Schule und die Unterstützung aus dem privaten Umfeld maßgeblich dazu. Damit die Lehrkräfte sich künftig auf ihre ureigenste Aufgabe - nämlich das Vermitteln von Wissen konzentrieren können, werden Talentschulen speziell unterstützt: Sie erhalten 20 % mehr Personalbudget, damit sie Unterstützungspersonal wie IT-Fachkräfte, Verwaltungshilfen oder Menschen aus der Praxis anstellen können. So kann beispielsweise der Kunstunterricht besser gestaltet werden. Schulen sollen selbst über diese zusätzlichen Personal-Mittel verfügen können und dadurch die Qualität ihres Unterrichts heben. So sollen auch zusätzliche Aus- und Weiterbildungsangebote von den Lehrkräften wahrgenommen werden können. “Das alles kommt schlussendlich den Kindern und Jugendlichen zu Gute, die damit ihre Talente auch wirklich entfalten können,” so Swatek.

Bessere Bezahlung für Lehrkräfte

“Talentschulen brauchen die besten Lehrerinnen und Lehrer und deren Leistung sollte sich für das Lehrpersonal endlich auch lohnen,” so Swatek weiter. Für zweieinhalb Jahre sollen Lehrkräfte 350 Euro monatlich mehr erhalten: “Die klügsten Köpfe von heute, gestalten auch die besten Schulen von morgen! Daher braucht es auch finanzielle Anreize, um die besten Lehrerinnen und Lehrer an Talentschulen zu holen und sie nicht an die Privatwirtschaft zu verlieren.”

Jede Grazer Schule soll eineN SchulsozialarbeiterIn bekommen

Philipp Pointner pocht darauf, dass Graz zur Pilotregion für Talentschulen wird. Als Sofortmaßnahme nennt er dazu die Aufstockung der SchulsozialarbeiterInnen: “In Graz stehen wir vor dem großen Problem der Bildungsbenachteiligung. Schüler und Schülerinnen, ihre Eltern und Lehrkräfte werden oft mit ihren Herausforderungen alleine gelassen. Daher ist die Sozialarbeit so enorm wichtig für unsere Schulen. Sie kann Probleme abbauen und durch Prävention gar nicht erst entstehen lassen.” 

NEOS fordern als ersten Schritt hin zur Talentschule eine/n SchulsozialarbeiterIn für jede Grazer Schule, bis dato sind in Graz lediglich 9 SchulsozialarbeiterInnen Vollzeit aktiv. Das regionale Graz-Team des umsetzenden Vereins hat insgesamt 14 MitarbeiterInnen und eine Leitung. Diese übernehmen die Betreuung an 4 Volksschulen und 12 Mittelschulen, wie genau im Hintergrund die zu betreuenden Schulen ausgewählt werden bleibt unklar(1). In Graz alleine gibt es aber 65 allgemeinbildende öffentliche Schulen mit 596 Klassen und 12.665 SchülerInnen.(2) Für NEOS ist das Vorgehen der Regierenden völlig unverständlich, jede der 65 Grazer Schulen soll Sozialbetreuung bekommen dürfen. Denn Probleme haben Kinder, Lehrkräfte und Eltern an allen Schulen. Die Gründe dafür sind vielfältig, die Auswirkungen sind fatal. Ob durch Corona und die Folgebelastungen, Konfliktsituationen an der Schule oder in Familien, Migrations- und Gesundheitsfragen oder auch Stress-Situationen, denen Schülerinnen und Schüler ausgesetzt sind: In Graz werden Schulen mit diesen herausfordernden Situationen alleingelassen. Viel zu oft sind LehrerInnen mit Problemen konfrontiert, für die sie nicht ausgebildet sind und die sie nicht alleine lösen können - denn nicht jede Herausforderung ist pädagogischer Natur. 

SchulsozialarbeiterInnen betreuen SchülerInnen, Eltern und LehrerInnen gleichermaßen, und sind nicht erst dann, wenn es brennt: "Sie sind in der Lage, Präventionsarbeit zu leisten, da sie Probleme schon früh abfangen können", bekräftigt Pointner die NEOS Forderung nach einer/m SchulsozialarbeiterIn für jede allgemeine Grazer Pflichtschule. Das bedeutet: Graz braucht 49 zusätzliche SchulsozialarbeiterInnen, und das Geld dafür wäre da: "Wir wissen, wie wir es finanzieren können. Wenn wir die Eigenwerbung und Selbstbeweihräucherung der Politiker reduzieren, dann haben wir g´scheite Kinder statt g´stopfte Politiker! 2,45 Millionen Euro kostet die Einstellung von 49 zusätzlichen SchulsozialarbeiterInnen, die so viel bewirken können. Mit der flächendeckenden, kontinuierlichen sozialen Betreuung könnten wir viele Probleme an den steirischen Schulen lindern oder sogar verhindern", so Pointner  abschließend.

 

 

Anfragebeantwortung, Frage 1: https://pallast2.stmk.gv.at/pallast-p/pub/document?dswid=-4752&ref=07c61fe8-71cc-481e-8903-06e6b3e68c03 
Statistik Austria, Schuljahr 19/20