NEOS-Anfrage zu Kinderbetreuung: Zahl der Tageseltern weiter rückläufig 

 

Klubobmann und Bildungssprecher Niko Swatek: “Die Landesregierung reserviert 17 Million Euro für den Ausbau der steirischen Kinderbetreuung bis 2022, kein einziger Cent davon wird an Tageseltern fließen. In Graz platzen aktuell die Kinderbetreuungseinrichtungen für unter Dreijährige aus allen Nähten. Seit Jahren leiden Eltern von unter Dreijährigen in der Landeshauptstadt unter dem unzureichenden Betreuungsangebot. Bildungslandesrätin Bogner-Strauß darf die Tageseltern nicht länger übersehen und muss auch dort für mehr Angebot sorgen!” 

Tageseltern und deren Arbeitsbedingungen werden in der Steiermark sehr stiefmütterlich behandelt, das zeigt die aktuelle NEOS-Anfrage an Bildungslandesrätin Bogner-Strauß. In 10 von 13 steirischen Bezirken sank die Anzahl von Tageseltern seit 2019, und das obwohl insgesamt 64 neue Betreuungsbewilligungen für Tageseltern erteilt wurden. In Leoben verlor man sogar 27 Prozent der Tageseltern, dicht gefolgt von Murau wo man innerhalb eines Jahres auf 20 Prozent weniger Tageseltern blickt. In Hartberg verzeichnet man 15 Prozent weniger Tageseltern und in der Landeshauptstadt Graz muss man auf 14 Prozent der Tageseltern im Vergleich zum vorherigen Betriebsjahr verzichten. 

“Wenn innerhalb eines Betriebsjahres derart viele Tageseltern das Handtuch werfen, muss sich die Landesregierung doch zumindest einmal die Frage stellen warum! Genauso wie bei der Elementarpädagogik fehlt es bei Tageseltern an allen Ecken und Enden an Wertschätzung und ausreichender Unterstützung”, so Swatek.Dabei ist die Betreuung bei Tageseltern eine der flexibelsten, und auch bestmöglichen Formen. Eltern können individuelle Betreuungszeiten mit den Tageseltern festlegen, was die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wesentlich vereinfacht. Auch das Betreuungsverhältnis liegt im Steiermark-Schnitt lt. Anfrage bei 1:5, was die bestmögliche Aufmerksamkeit für das einzelne Kind bedeutet. Steiermarkweit werden 21 Prozent, also knapp jedes fünfte Kind, aller sich in Betreuung befindlichen unter 3-Jährigen von Tageseltern betreut. 

“Nur wenn die steirische Landesregierung endlich Kinderbetreuung flächendeckend und ganzheitlich denkt, wird die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für steirische Eltern Wirklichkeit. Ganze Berufsfelder für die Ausbauoffensive in der Kinderbetreuung auszuklammern kann nicht der richtige Weg hin zu einer familienfreundlichen Steiermark sein. Bogner-Strauß muss umgehend für bessere Rahmenbedingungen und attraktivere finanzielle Entlohnung bei Tageseltern sorgen”, so Swatek abschließend. 

Weiters konnten NEOS der Anfragebeantwortung von Bogner-Strauß entnehmen, dass die Entlohnung der Tageseltern alles andere als sicher ist. Im Schnitt beträgt der Stundensatz der Personalförderung 4 Euro, der Rest wird nach tatsächlich geleisteten Betreuungsstunden bezahlt. Fallen diese weg, beispielsweise aufgrund von erkrankten Kindern, würden Tageseltern im schlimmsten Fall den Großteil des Einkommens verlieren. Deswegen wurde 2015 ein Fördertopf errichtet, unter dem Namen Überbrückungshilfe können betroffene Tageseltern einen Teil des Verlusts von Betreuungsstunden zurückholen. Doch dieser Fördertopf befindet sich seit der Einrichtung immer noch im "Modellstatus zur Erprobung". Vor 2020 wurde die Überbrückungshilfe jährlich bereits im Jänner für das ganze Jahr freigeben. Mit Bogner-Strauß als Bildungslandesrätin ist noch nicht einmal im jetzigen Juli für Tageseltern klar, ob sie für Betreuungsausfälle finanzielle Unterstützung erhalten. NEOS fordern, dass die Überbrückungshilfe nach sechs Jahren endlich aus der Probezeit geholt und fest verankert werden muss. “Damit Tageseltern endlich auch einen Hauch von Sicherheit im Beruf erfahren dürfen, muss in Sachen finanzieller Wertschätzung umgehend was passieren”, meint Swatek der weiters darauf aufmerksam macht, dass gerade in Krisenzeiten die Planungssicherheit für Tageseltern so gut wie gar nicht gegeben ist.