Mehr Gynäkologen für das Murtal!

Im gesamten Murtal gibt es nur einen Facharzt für Frauenheilkunde, der Kassenpatienten annimmt. Dr. Veit sagt gegenüber den Medien, dass er pro Tag fünf bis zehn Frauen am Telefon abweisen müsse, da er einfach keine neuen Patientinnen mehr aufnehmen könne, auch wenn er oft 60 Stunden pro Woche arbeite. Im Nachbarbezirk Murau gibt es keinen einzigen Kassenarzt für Frauenheilkunde. In einer Region mit zusammen fast 100.000 Einwohner_innen mit mehr als die Hälfte Frauen, ist das ein unzumutbarer Zustand. Die Politik hätte viel früher handeln müssen und es gar nicht erst soweit kommen lassen dürfen. Es liegt nun in unserer Verantwortung, dass wir endlich etwas an diesem Zustand ändern. Wir können nicht zulassen, dass sich Frauen nicht einmal mehr einen Frauenarzt leisten können. Vor allem für einkommensschwache und schwangere Frauen, die sehr viele Untersuchungen während der Schwangerschaft machen müssen, ist dieser Zustand belastend. Deshalb muss sich dieser Umstand so schnell wie möglich ändern.

 

Wir NEOS fordern auf Bundesebene schon länger, dass die Kassen künftig Honorare bei Privatärzten zur Gänze übernehmen müssen, wenn im Heimatbezirk in einem angemessenen Zeitraum kein Termin bei einem Vertragsarzt frei ist. Bis das umgesetzt wird, soll die Gemeinden aktiv aushelfen. Wir müssen verschiedene Maßnahmen setzen, damit wir Ärzte dazu motivieren, dass sie eine Kassenpraxis in Zeltweg aufsperren. Eine Möglichkeit ist, dass die ÖGK eine Anschubfinanzierung bereitstellt, die dem neu angesiedelten Kassenarzt bei der Finanzierung der Praxisgründung hilft. In der Vergangenheit gab es bereits Versuche das zu tun, aber offensichtlich waren die bereitgestellten Beträge nicht hoch genug. Bis es aber dazu kommt, ist allerdings unsere Gemeinde gefragt, hier unterstützend zu wirken.

Eine weitere Forderung die ich vorschlage, ist, dass die Gemeinde ein Ärztezentrum in Zeltweg errichtet, wo z.B. ein Kassen-Frauenarzt eine Praxis kostenlos zur Verfügung gestellt bekommt. Im Gegenzug soll sich er oder sie dazu verpflichten, eine Zeit lang als Kassenarzt oder Kassenärztin tätig zu sein. Die Gemeinde könnte auch Mietzuschüsse gewähren.

In einigen Gemeinden geschieht das bereits. Da eine Ordination oft eine Entscheidung fürs Leben ist, verbunden mit hohen Ablösen an den_die Vorgänger_in oder der teuren Neuanschaffung von Geräten, soll die Gemeinde mit einer Anschubfinanzierung unterstützen. Darüber hinaus gibt es noch eine weitere Möglichkeit, um Frauen bei den Wahlarztkosten finanziell zu helfen: Die Einrichtung eines Sozialfonds. Vor allem Frauen, die nicht genug verdienen und auch schwangere Frauen, die die Kosten für die vielen Untersuchungen zum Teil selbst tragen müssen, brauchen finanzielle Unterstützung.

Als junge Frau und NEOS-Spitzenkandidatin in Zeltweg ist für mich dieses Thema eine Herzensangelegenheit, da es mich auch selbst betrifft und ich sehr viele Frauen kenne, die sich die Frauenarztuntersuchung nicht leisten können. So etwas darf nicht vorkommen. Deshalb braucht es eine Veränderung – jetzt!

Sabrina Stark