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Hofer oder Van der Bellen?

Ich bin ja schon wirklich lange politisch aktiv. Oft habe ich dabei schon gehört: „Ich weiß nicht wen ich wählen soll – es wird wohl das geringste Übel sein oder ich werde zu Hause bleiben.“ Aussagen wie diese konnte ich nie nachvollziehen, stand ich doch selbst bisher bei fast jeder Wahl selbst auf der Liste und konnte mich selbst wählen. Bei der Bundespräsidentenwahl ist das auf ein Mal anders. Plötzlich verstehe ich, was es heißt das geringere Übel zu wählen.

 

Wenn ich daran denke mein Kreuz auf dem Stimmzettel am 22. Mai zu machen, fühlt sich das so an, wie zwei Magneten die sich gegenseitig abstoßen.

 

Seit der Hochrechnung am 24. April spüre ich eine extreme Abneigung gegenüber der etablierten Politik. Stärker als je zuvor. Wenn ich daran denke mein Kreuz auf dem Stimmzettel am 22. Mai zu machen, fühlt sich das so an, wie zwei Magneten die sich gegenseitig abstoßen. Ich will einfach nicht. Aber ich muss. Das ist meine Pflicht. Das bin ich der Demokratie schuldig.

 

Zwar stellt sich für mich als glühender Europäer nicht die Frage Norbert Hofer zu wählen, aber es fällt mir nur ungleich leichter mich für Alexander Van der Bellen zu entscheiden. Warum? Die Grünen haben in den letzten Tagen vor der Wahl versucht Irmgard Griss, und damit auch alle ihre Unterstützer_innen und Wähler_innen ins Nazi-Eck zu stellen – was vollkommen absurd ist. Die Grünen wussten: Es geht um alles oder nichts. Und um an die Macht zu kommen, ist ihnen jedes Mittel recht.

 

Um an die Macht zu kommen, ist ihnen jedes Mittel recht.

 

Jetzt aber wollen genau diese Grünen meine Stimme haben. Hinzu kommt, dass Van der Bellen „Wer seine Heimat liebt, spaltet sie nicht“ plakatiert. Blöd nur, dass er Teil und nicht Lösung dieses Problems ist. Van der Bellen spaltet. Auch wenn das für ihn und die Grünen nicht so klar erscheint, wie mir und vielen anderen, die in der politischen Mitte angesiedelt sind.

 

Ich werde mir den Wahlkampf noch genau anschauen, aber dann wohl oder übel doch Van der Bellen wählen. Zu wichtig ist mir Europa. Zu wichtig sind mir Menschenrechte. Allerdings zweifle ich daran, dass er eine Mehrheit hinter sich versammeln wird können. Die Gräben sind zu tief. Und so sind es die Grünen, die einen rechten Burschenschafter an die Spitze unseres Staates hieven. Paradox.

 

Und so sind es die Grünen, die einen rechten Burschenschafter an die Spitze unseres Staates hieven.

 

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Dominik Berghofer, NEOS-Gemeinderat in Hartberg