Gesunde Kinder, gesunde Erwachsene

In den ersten Lebensjahren eines Kindes wird nicht nur der Grundstein für die späteren Ernährungsgewohnheiten gelegt – denn schlechte Essgewohnheiten werden als Erwachsene beibehalten – hier entscheidet sich auch schon, ob eine Entwicklung von Übergewicht begünstigt wird. In Österreich sind wir gut versorgt mit sicheren und qualitativ hochwertigen Lebensmitteln. Daher liegt der Schluss nahe, dass Kinder ihrem Alter und ihrer Entwicklung entsprechend mit allen notwendigen Nährstoffen versorgt sind. Studien zeigen jedoch, dass Kinder zu wenig Gemüse und Obst essen. Stattdessen essen Kinder zu viel, zu süß, zu fettig und zu salzig.

Die Kinderbetreuung ist in unserer Gemeinde strukturell zwar gut aufgestellt, aber im Bereich der Kindergesundheit gibt es immer noch Defizite. Ich habe daher fünf Ideen zusammengetragen, damit unsere Kleinsten schon früh lernen, wie man sich gesund und ausgewogen ernährt:

 

1. Abwechslungsreiche, kindgerechte Mittagessen

Süße Hauptgerichte und sogar Nachspeisen haben Tradition in Seiersberg-Pirkas Kindergärten. Diese Art der Ernährung ist für Kinder aber gänzlich ungeeignet, deshalb müssen diese Gerichte vom Speiseplan gestrichen werden. Die Zusammenstellung des Speiseplans muss unter Berücksichtigung der besonderen Bedürfnisse von Kindern erfolgen. Dies kann durch das Hinzuziehen einer Ernährungsberatung erreicht werden, denn gesundes, kindgerechtes Essen muss weder schlecht schmecken noch teuer sein. Und sollten wir dennoch über die Kosten diskutieren müssen, dann sollte es nicht die Gesundheit unserer Kinder sein, bei der wir sparen.

 

2. Gesunde Jause für alle

Während in den Kinderkrippen die Jause noch von der Gemeinde gestellt wird, ist das in den Kindergärten nicht mehr der Fall. Eine zentrale Bereitstellung der Jausen auch in den Kindergärten würde die gesunde und ausgewogene Ernährung unserer Kinder nachhaltig verbessern, sofern diese Jausen auch nach wissenschaftlichen Erkenntnissen zusammengestellt werden: Vollkornprodukte, frisches Obst und Gemüse sollten täglich am Speiseplan stehen, Marmeladen, Wurst und Käse sollten nur ab und an angeboten werden und auf Süßes aller Art sollte immer verzichtet werden.

 

3. Wasser statt Saft

Auch wenn (verdünnte) Säfte Kindern oft besser schmecken als Wasser oder ungesüßte Tees, müssen wir auch hier im Sinne unserer Kinder handeln und diese aus den Kinderkrippen und -gärten verbannen.

 

4. Zusatzgebühren für Spezialgerichte abschaffen

Die Bereitstellung von Mittagessen für Kinder mit besonderen Bedürfnissen, beispielsweise aus religiösen Gründen oder bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten, verursacht für die betroffenen Familien immer noch Zusatzkosten. Hier fordern wir eine Abschaffung dieser zusätzlichen Gebühren, wenn diese besonderen Erfordernisse religiös bedingt sind oder durch ein ärztliches Attest bestätigt werden.

 

5. Mitmach-Gärten anlegen

Viele Kinder wissen leider nicht, wo das Essen herkommt. Ein kleiner Schaugarten, der gemeinsam mit den Kindern bepflanzt und gepflegt wird, kann hier nicht nur das sondern stellt gleichzeitig eine spannende Aktivität für Kinder dar.

Ich bin davon überzeugt, dass wir mit diesen fünf einfachen Maßnahmen das Leben unserer Kinder nachhaltig gesünder machen können. Worauf warten wir noch?

 

Anja Herzog