Bestens betreut?

Als Eltern wollen wir unser Kind gut behütet wissen, umsorgt von engagierten Pädagog_innen und Betreuer_innen und das in einem liebevollen, fördernden Umfeld. Ein qualitatives Umfeld alleine reicht aber nicht aus, wenn zwischendurch gar keine Betreuung zur Verfügung steht, denn wir arbeitenden Eltern sind auf eine verlässliche Kinderbetreuung angewiesen. Ferien, wechselnde Betreuungszeiten und gänzlich fehlende Betreuungsmöglichkeiten für Kinder zwischen zwölf und 18 Monaten sorgen für Verunsicherung. 


Lückenlos durch das Jahr – Kleinkinder kennen keine Ferien
Unsere Kleinsten kommen schon lange vor der Schule mit Schulferien in Kontakt: Osterferien, Sommerferien, Weihnachtsferien, Pfingstferien – die Zahl der Tage, an welchen in unserer Gemeinde keine Kinderbetreuung zur Verfügung steht, summiert sich. Nicht nur als Alleinerziehende_r kommt man ohne ein privates Betreuungsnetz kaum über das Jahr

In vielen Kinderbetreuungseinrichtungen außerhalb unserer Gemeinde hat man vom Konzept der Öffnung nur an Schultagen bereits seit längerem Abstand genommen und der Kindergarten- und Krippenbetrieb laufen ganzjährig durch. Diese haben erkannt, dass Eltern an schulfreien Tagen nicht automatisch Urlaub nehmen können und Kontinuität in der Betreuung gerade bei den Kleinsten besonders wichtig ist. In Seiersberg-Pirka hat man sich diesem Thema zwar schon genähert, in dem man eine teilweise Sommerbetreuung anbietet, aber nur eine ganzjährig durchgängige Betreuung ist eine echte Entlastung für die Eltern. Diese muss dringend mit Priorität in Angriff genommen werden! 
 


Wer hat an der Uhr gedreht? – Gleichbleibende Betreuungszeiten 
Auf eine funktionierende Kinderbetreuung muss Verlass sein. Nicht, weil wir unsere Kinder nicht gerne selbst betreuen, sondern weil wir Arbeitgeber haben, die sich auch auf uns verlassen wollen und uns ohnehin oft entgegenkommen, wenn wir kurzfristig Pflegeurlaub nehmen müssen. Die wechselnden Betreuungszeiten in der Sommerbetreuung für Krippenkinder sind für die betroffenen Eltern daher eine immense Herausforderung. Wie erklärt man seinem Arbeitgeber, dass man zwar eine Betreuung hat, aber nicht zu den gewohnten Zeiten arbeiten kann, weil die Kinderkrippe plötzlich früher schließt? Innerhalb einer Betreuungsform müssen daher auch die Betreuungszeiten über das Jahr hinweg gleich bleiben, damit Eltern die dringend notwendige Planungssicherheit haben. 
 


Wohin mit meinem Kind? – Kinderkrippenplätze ab dem 1. Lebensjahr 
Wer in Seiersberg-Pirka wohnt und ein Jahr in Karenz geht, der sieht sich einer Herausforderung gegenüber: Wo kann ich mein Kind betreuen lassen, wenn ich wieder arbeiten gehen muss? Die Kinderkrippen unserer Gemeinde nehmen erst Kinder ab 18 Monaten auf. Natürlich gibt es für die Überbrückung auch alternative Betreuungsmodelle, ein Umstieg auf die Krippe ist aber immer mit einer zusätzlichen Belastung für die Kinder verbunden, denn für Ein- und Umgewöhnungen benötigen kleine Kinder oft eine lange Zeit

Mit Krippenplätzen ab dem ersten Lebensjahr würden nicht nur die Eltern, sondern besonders die Kinder entlastet werden, und das sollte immer unser Fokus sein!

Anja Herzog