Gründerfittes Seiersberg-Pirka

Hände hoch, wer hatte schonmal eine gute Idee für ein innovatives und lukratives Produkt? 
Wie zu erwarten, nicht wenige. Vielleicht ist dir ja unter der Dusche eine großartige Lösung für ein alltägliches Problem eingefallen, vielleicht hast du bei deinem Hobby etwas gefunden, wodurch es noch mehr Spaß macht, vielleicht hasst du wie ich das Beziehen deines Bettes mit einer Passion (der Tag an dem ich etwas erfinde, das automatisch ein Leintuch spannt, ist der Tag an dem ich zum jüngsten Milliardär unseres Alpenlandes werde). 

Was auch immer der Anstoß für deine Produktidee war, du bist davon überzeugt, dass du damit nicht nur die Welt verändern, sondern auch finanziell unabhängig werden kannst. Bevor du dich aber in die Arbeit stürzt, zu networken beginnst und auf Investorenfang gehst, gibt es einen Schritt, welcher wahrscheinlich wichtiger ist, als alles, was danach kommt, nämlich das Erstellen von Prototypen. 

Ein Prototyp hat viele Zwecke. Zum Einen erlaubt er das Testen von Ideen, das Verbessern des Designs und er kann Informationen liefern, welche für Entscheidungen zB. hinsichtlich Material von großer Wichtigkeit sind. Zum Anderen ist es ohne Prototyp nur schwer möglich, Marktforschung zu betreiben. Interessieren sich genug Leute für meine Idee, was ist die Erwartungshaltung potentieller Kund_innen? Und zuletzt, ohne Prototyp ist die Suche nach Financiers nahezu unmöglich. 

Vielleicht fragst du dich jetzt, was all das mit Gemeindepolitik zu tun hat. Ich habe mich gefragt: Was kann eine Gemeinde machen, damit Privatpersonen mit guten Ideen zu Prototypen kommen? Und wieso sollte sich eine Gemeinde mit diesen Dingen überhaupt befassen? 

Die letzte Frage ist schnell beantwortet. Wenn von den zehntausend Bürger_innen in Seiersberg-Pirka auch nur zehn eine erfolgreiche Idee auf den Markt bringen, wäre der Effekt für die Gemeinde enorm. Steuereinnahmen, Arbeitsplätze, eine Aufwertung der Gemeinde als Ganzes, all dies sind offensichtliche Konsequenzen, wenn man Bürger_innen bei der Entwicklung neuer Produkte unterstützt. Auf lange Sicht hätte dies auch einen starken Pull-Faktor für Menschen aus ganz Graz-Umgebung, was wiederum zu mehr guten Ideen und damit im Weiteren zu einer noch stärkeren Aufwertung der Gemeinde führt. 

Das “Wieso” wäre geklärt, nun aber zur Frage, “wie” die Gemeinde Seiersberg-Pirka jungen Gründer_innen in diesem Bereich unter die Arme greifen kann. Makerspaces sind für alle zugängliche Räume, welche mit Equipment für Prototyping wie 3D-Druckern und automatisierten Fräsen ausgestattet sind. Häufig verbunden mit einer Umgebung die Austausch, Kommunikation und das Lernen neuer Fähigkeiten fördert, sind viele große Start-Ups und Silicon-Valley-Erfolgsgeschichten aus Makerspaces entsprungen. 

Stellen wir also die nötige Infrastruktur her, um unsere Pläne zu verwirklichen. Gerade wenn Fördermittel durch EU und Bund mitbedacht werden, ist ein Makerspace für Seiersberg-Pirka daher nicht nur eine großartige Idee um unsere Zukunft zu sichern, sondern auch ökonomisch sinnvoll!

Christoph Wendler