Gut vernetztes Pölstal?

Beginnend beim LKW-Verkehr über den Triebener Tauern bis zur Beleuchtung unserer Straßen möchten wir die Themen anpacken: Wir machen uns stark für ein 24h-Fahrverbot (ausgenommen Ziel- und Quellverkehr) für LKW, sowie für eine neue Straßenbeleuchtung, die zusammen mit lokal ansässigen Unternehmen umgesetzt werden soll.

 

Straßen

Sieht man sich die Straßen in unserer Marktgemeinde an, wird einem sehr schnell bewusst, dass viele Verkehrswege in einem äußerst desolaten Zustand sind. Jährlich investiert unsere Gemeinde Unsummen, um die zahlreichen Straßenschäden notdürftig zu sanieren. Das Problem dabei ist, dass diese Maßnahmen nur von kurzfristiger Dauer sind, die teils mehrmals jährlich wiederholt werden müssen und dennoch den Haushalt immer wieder aufs neue belasten. Wir brauchen einen gesamtheitlichen Plan, welcher nicht nur eine kleinräumige und oberflächliche Sanierung, sondern vielmehr eine schrittweise Grunderneuerung unserer Straßen vorsieht (inkl. Verrohrung). Mit einem jährlich fixierten Sanierungsbudget lassen sich die Sanierungsmaßnahmen etappenweise umsetzen!

 

Rad- und Gehwege

Wir haben das Privileg, in einer Region zu leben, die eine einzigartige Landschaft vorzuweisen hat. Viele Bürger_innen nutzen das Rad um Besorgungen oder kleinere Ausflüge zu machen. Leider verfügt unsere Marktgemeinde über kein ortsteilübergreifendes Rad- und Gehwegenetz. Uns ist bewusst, dass eine Umsetzung nicht billig sein wird und vielleicht nicht sofort realisiert werden kann. Allerdings gibt es landesweite Förderungen, die eine Realisierung derartiger Projekte mit zusätzlichen finanziellen Mitteln unterstützt. Ein Anfang wäre z.B. die Lückenschließung zwischen Oberzeiring und Möderbrugg. Dieser nicht nur bei Radfahrern sondern auch bei Fußgängern sehr beliebte Weg muss endlich befestigt werden. 

 

Energieversorgung

Unsere Strom- und Fernwärmeversorgung ist am Limit. In naher Zukunft werden Investitionen in beträchtlicher Höhe erforderlich sein, um die Grundversorgung aufrechterhalten zu können. Von nachhaltigen Investitionen wie z.B. der Errichtung von  Schnellladestationen (Supercharger) ist dabei noch keine Rede. Damit unsere Gemeinde auch weiterhin lebenswert aber auch als beliebtes Tourismusziel wettbewerbsfähig bleibt, brauchen wir ein zukunftsweisendes Energiekonzept, welches eine schrittweise Sanierung bei gleichzeitiger Modernisierung vorsieht. Photovoltaikanlagen auf allen öffentlichen Gebäuden sind genauso unumgänglich wie E-Tankstellen.  Wir setzen uns für eine flächendeckende Energieversorgung in allen Ortsteilen ein, denn das Thema Energie hat in der Menschheitsgeschichte noch niemals einen so hohen Stellenwert gehabt, wie im 21. Jahrhundert. Neben der Schaffung von sogenannten “Energy Stations” in jedem Ortsteil muss auch innerhalb der jeweiligen Ortsteile ein ausreichendes und dem Stand der Technik angepasstes Leitungsnetz installiert werden. Im Ortsteil Oberzeiring kommt es immer wieder vor, dass die Leitungsstärke nicht ausreicht, um Baugründe mitten im Ort mit Strom zu versorgen – so etwas muss der Vergangenheit angehören. Gehen wir endlich mit der Zeit, und nicht gegen sie!  

 

Wasserversorgung

Unsere Wasserversorgung gehört generalüberholt. Immer wieder kommt es zu Wasserrohrbrüchen bei den Versorgungsleitungen. Wir brauchen ein Wasserversorgungsmanagement für die gesamte Marktgemeinde. Neben der Generalsanierung bestimmter Leitungsabschnitte sollte das Warnsystem überarbeitet und modernisiert werden, um ein effizientes Einschreiten zu gewährleisten. 

Es ist wichtig, dass in Zukunft für vorbeugende Instandhaltungsarbeiten genügend Geld zur Verfügung steht, damit regelmäßige Wartungen, Schutzanstriche, Rohrleitungssanierungen und etappenweise Modernisierungsmaßnahmen möglich sind.

 

Öffentlicher Verkehr

Wenn man auf dem Land lebt, ist man permanent auf das Auto angewiesen, vor allem dann, wenn nicht regelmäßig ein Bus fährt. Dieses Problem ist bekannt und wurde – zumindest für die junge Bevölkerung – mit der Anbindung an die Nightline teilweise entkräftet. Ein erster Schritt in die richtige Richtung – doch hoffentlich nicht der letzte. Vor allem die ältere Bevölkerung ist nach wie vor auf Unterstützung angewiesen, um einfache Besorgungen (Supermarkt, Apotheke) oder Arztbesuche machen zu können.  Eigenständige Mobilität ist für ältere Menschen ein Schlüssel zur Teilhabe am sozialen Leben und wichtig für das subjektive Wohlbefinden und die Gesundheit.

Um die bestehende Lücke zu schließen, setzen viele Gemeinden bereits auf das “Mitfahrbankerl” – eine wirkungsvolle und kostengünstige Methode, das Mobilitätsbedürfnis der Bevölkerung zu befriedigen, die wir uns auch in unserem Pölstal gut vorstellen können. Die Idee ist simpel: Benötigt jemand eine Mitfahrgelegenheit rund um die Gemeinde Pölstal, setzt er/sie sich aufs Bankerl, welches mit entsprechenden Richtungstafeln versehen ist und wartet bis ein_e Autofahrer_in – meist sind es Bewohner_innen aus demselben Ort – stehen bleibt.

 

Athanasia Toursougas-Reif, Juni 2020