Glasfaser-Ausbau

Wann kommt der Glasfaserausbau zu uns nach Markt Hartmannsdorf?

Der Glasfaserausbau ist meines Erachtens eines der wichtigsten Nachhaltigkeitsprojekte. Dieser Ausbau ist für die Unternehmen im Ort wettbewerbsentscheidend und sichert Arbeitsplätze. Weiters können immer mehr Arbeitnehmer_innen von zu Hause aus arbeiten und benötigen daher natürlich eine entsprechende Bandbreite. Gerade COVID19 hat uns vor Augen geführt, wie wichtig ordentliche Datenanbindungen für den Unterricht von zu Hause und für die beruflichen Aufgaben sind. Rasch wurde auf digitale Medien umgestellt, Videokonferenzen, das Herunterladen von umfangreichen Unterlagen und natürlich das Verteilen von digitalen Informationen wurde zum Alltag. Doch wenn zeitgleich die Eltern im „homeoffice“ tätig waren und die Kinder im digitalen Unterricht, kam es schnell zu Engpässen in der Datenübertragung.

 

Zukunftsprojekt

In der Glasfaserinformation an die Bürger_innen der Orte Farcha und Unterfladnitz ist zu lesen: „Jedes Haus ohne Glasfaser-Anschluss ist ein Haus, das nicht für die Zukunft gerüstet ist. … Eine gute Internetanbindung wird in Zukunft enorm an Bedeutung gewinnen und ist mittlerweile so selbstverständlich wie Strom, Kanal und Wasser1". Der OECD Schnitt für einen Glasfaseranschluss lag Anfang 2019 bei 26,8%. In Österreich liegt die Quote bei geringen 2,5%. Nur noch ein Vergleich zu den „Ostländern“: Litauen 73% und Lettland 67%.2 Allein daran ist sehr gut zu erkennen, dass wir bei diesem wichtigen Thema hinterherhinken. Starten wir endlich mit dem Glasfaserausbau, das ist eine meiner Forderungen für Markt Hartmannsdorf! 

 

Es sind ausreichend Mittel vorhanden

Seitens der Bundesregierung wurde schon 2015 von der „Breitbandmilliarde“ für Investitionen in die Glasfaserinfrastruktur gesprochen und rund 500 Mio. Euro an Fördermitteln zur Verfügung gestellt. In einem Bericht des Rechnungshofes3, welcher auch in einer Bürgermeisterzeitung4 veröffentlicht wurde, war letztendlich auch die Erkenntnis, dass die „auffallend“ geringe Nachfrage der Nutzer zu einem sehr verhaltenen Projektfortschritt geführt hat. Das Ziel war, bis 2020 einen nahezu flächendeckenden Glasfaserausbau am Land zu erreichen.

 

Auch auf Gemeindeebene wurde bereits 2015 der Glasfaserausbau zum Zukunftsthema erklärt, doch auch unsere Gemeinde hat es nicht geschafft, die Förderungen abzuholen und einen flächendeckenden Ausbau voranzutreiben. Klar, ohne Nachfrage der Nutzer ist ein derartiger Ausbau nicht möglich. Hier ist es eben nicht so, dass es gesetzliche Ausbauverpflichtungen, so wie etwa beim Ausbau der Kanalisation, gibt. Aufgrund dieser Erfahrung hat das Land Steiermark seine Strategie neu überarbeitet und auch die 31 Gemeinden des Bezirks Weiz haben ihre Entschlossenheit zur Zusammenarbeit neu bekräftigt.

 

Im nächsten Beitrag beschäftige ich mich mit genau dieser Strategie.

Wir lesen uns!

Christian Reinstadler, Mai 2020

 

Quellen:

1) Glasfaserinformation an die Bürger_innen von Farcha und Unterfladnitz, unterzeichnet von Weiz.OnLine-Team, Aussendung vom 7.2.2020.

2) Statista GmbH, Hamburg: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/415799/umfrage/anteil-von-glasfaseranschluessen-an-allen-breitbandanschluessen-in-oecd-staaten/ (21.05.2020)

3) Bericht des Rechnungshofes, österreichische Breitbandstrategie 2020 (Breitbandmilliarde), Reihe Bund 2018/46, https://www.rechnungshof.gv.at/rh/home/home/Breitbandmilliarde.pdf

4) Bürgermeisterzeitung, 71. Jahrgang 10/2018, www.buergermeisterzeitung.info