Community Nurse

Gesundheit fängt in der Gemeinde an!

Aber dass die Pflege ebenso unter die Zuständigkeiten der Gemeinde fällt, wissen nur wenige Bürger_innen. Gerade die Coronazeit hat gezeigt, dass der Bedarf an qualifiziertem Personal, vor allem in der Pflege, hoch ist und sich die Engpässe in diesem Bereich zunehmend offenbart haben. Es gilt im gemeindenahen Bereich Modelle zu entwickeln, die die Unabhängigkeit einer Gemeinde in Pflegefragen stärken. Im internationalen Vergleich hat sich bereits seit vielen Jahren ein Modell besonders durchgesetzt: Die Gemeindeschwester (community nurse). 

 

Gemeindeschwester oder Community Nurse

Die Vorteile liegen hier klar auf der Hand: Als Pflegebedürftige_r oder als pflegende_r Angehörige_r ist man auf ständige Unterstützung beziehungsweise auf die geschulte Hand von außen angewiesen. Die derzeitigen pflegerischen Angebote bzw. Betreuungsangebote decken zumeist nur einen geringen Teil des täglichen Bedarfs ab. Vor allem Familien mit chronisch Kranken bzw. Personen mit speziellem Förderbedarf gilt es individuell zu stärken und zu schulen. Wir verfügen in Österreich über gut ausgebildetes Personal, dessen Kenntnisse und Fähigkeiten leider immer noch verkannt werden. Die Gemeindeschwester kann in individuellen Beratungen und Schulungen aber auch in alltäglichen pflegerischen Verrichtungen unterstützen, so kann auch das Hausarztsystem entlastet werden. Zumeist wissen viele Familien nicht, wie eine adäquate Betreuung ihrer Liebsten organisiert werden kann. Hier kann ebenso die Gemeindeschwester helfen, indem sie auf bestehende Angebote zurückgreift bzw. neue Betreuungsmodelle entwickelt. Gesundheitsförderung und -prävention können ebenso in ihre Zuständigkeit fallen, indem sie individuell oder auch z.B. in der Schule Menschen unterstützt.

Ein weiteres Hauptaugenmerk soll auf den Betreuungsangeboten liegen. Viele Familien, die einen Pflegefall betreuen, können nicht 24 Stunden am Tag für ihre Liebsten da sein. Die noch eher unbekannte stundenweise Betreuung kann Familien als wertvolle Ergänzung zur mobilen Pflege zur Seite stehen. Leider wird diese Form noch nicht gefördert, weshalb wir dafür eintreten, dass die Gemeinde hier finanzielle Unterstützung gewährt.

 

Unsere Forderungen im Detail:

  • Entlastung des Hausärztewesens.
  • Ausbau und Entwicklung von wohnortnahen Pflege- und Betreuungsstrukturen für Ältere, Menschen mit Behinderung und chronisch Kranken.
  • Entlastung pflegender Angehöriger und Betroffener mittels Pflegeberatung und Schulungen.
  • Aufbau von Betreuungsnetzwerken sowie Etablierung ehrenamtlicher Betreuungsformen im wohnortnahen Bereich.
  • Entwicklung und Ausbau von Gesundheitsförderungs- und Präventionsmodellen im gemeindenahen Bereich.
  • Finanzielle Förderung individueller und stundenweiser Betreuungsangebote.

Wir wollen Personen, die auf Pflegedienste angewiesen sind bzw. Familien, die einen Pflegefall betreuen müssen, bestmöglich unterstützen!

 

Hermann Fuchs